Pferdesteuer: Wie wirkt sie sich auf den Pferdemarkt aus?

Pferdesteuer Auswirkungen Pferdemarkt
Welche Auswirkungen hätte die Pferdesteuer, zum Beispiel auf den Pferdemarkt? (Fotolia)

Die Pferdesteuer ist weiter ein heißes Thema – auch jetzt vor Weihnachten. Doch welche Auswirkungen hätte die Pferdesteuer auf den Pferdemarkt, wenn sie sich zum Ärger der Pferdefreunde auf einer breiten Front durchsetzen sollte?

Zunächst ein aktuelles Beispiel: Die Gemeinde Eckersdorf wollte bereits in diesem Jahr als erste bayerische Kommune die Pferdesteuer einführen. Nach einigem Gegenwind wurde die Entscheidung auf das Frühjahr vertagt.

Doch vom Tisch ist sie zum Leidwesen der Pferdefreunde und trotz lautstarker Protestaktionen („Nein zur Pferdesteuer„) noch nicht. Die Gemeinde möchte den Haushalt mit Steuereinnahmen zu geschätzt 200 Pferden aufstocken.

Bisher ist die schon seit Jahren umstrittene Pferdesteuer (mehr dazu auf Wikipedia) nur sehr vereinzelt in Bad Sooden-Allendorf, Kirchheim und Schlangenbad eingeführt worden. Andere Gemeinden beobachten die Lage und denken darüber nach. Zum Glück gibt es auch positive Signale: In Baden-Württemberg sind mehrere Gemeinden von einer Einführung wieder abgerückt. Würde diese örtliche Abgabe aber tatsächlich flächendeckend kassiert werden, so träfe das alle Pferdefreunde ins Mark.

Wie hoch ist die Pferdesteuer eigentlich?

Im Raum stehen als Steuerhöhe Summen von 90 bis 300 Euro jährlich. Teilweise war auch schon von 750 Euro die Rede. Kein kleiner Betrag, der zusätzlich das Pferdebudget belasten wird.

Die Kommunen haben Unterstützung vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel und vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bekommen. Demnach können sie eine Pferdesteuer einfordern.

Dabei hieß es, „dass die Gemeinden grundsätzlich berechtigt“ seien, „auf das Halten und das entgeltliche Benutzen von Pferden für den persönlichen Lebensbedarf“ eine Pferdesteuer zu erheben. Gerichtlich wurde festgestellt, dass allgemein Pferdehalter als „wirtschaftlich leistungsfähig“ angesehen werden.

Auswirkungen der Pferdesteuer

Die Auswirkungen einer solchen Steuer für Pferde könnten weitreichend sein. Doch sind Pferdehalter wirklich vermögender und können deshalb zur Kasse gebeten werden? Die Gerichte verkennen, dass viele Halter ihre Pferde nur gerade so, eben am wirtschaftlichen Limit, halten können.

Was vollkommen außer Acht blieb: Vereine und Pferdebetriebe müssen ihre Gebühren erheblich erhöhen, da auch Vereins- und Schulpferde von der nicht unerheblichen Steuer betroffen sind. Das wiederum hat zur Folge, dass weniger Kinder aufgrund der hohen Kosten mit dem Reitsport anfangen können.

Weniger Nachfrage auf dem Pferdemarkt?

Und wenn es keinen Nachwuchs gibt, wer soll dann noch die Pferde kaufen? Es trifft also auch die Zuchtbetriebe in nicht ganz unerheblichem Maße, da der Bedarf auf dem Pferdemarkt langfristig sinken wird.

Und wie sieht es auf dem Pferdemarkt außerhalb der Zucht aus? Sicher wird es zu Beginn der Pferdesteuer, sollte sie allgemein eingeführt werden, eine Art „Pferdeschwemme“ geben. Gerade die Freizeitreiter, die keine dicke finanzielle Decke haben und ein Pferd nur zum Vergnügen halten oder es behalten, weil sie es schon so lange haben, werden gezwungen sein, sich von ihrem Pferd zu trennen.

Gerade dies hat Auswirkungen auf den Pferdemarkt: Die Preise für Freizeitpferde dürften stark sinken und Rentnerpferde wird sich niemand mehr leisten können.

Werden Pferde durch die Pferdesteuer unverkäuflich?

Bereits heute hat sich der Pferdemarkt in Pferdesteuergemeinden so weit verändert, dass ältere, eingeschränkt oder ganz „normale“ Pferde praktisch unverkäuflich sind. Die ersten Vereine, wie die Sickenberger Pferdefreunde, mussten dort ihre Schulpferde zum Schlachtpreis verkaufen.

Die Auswirkungen gehen aber weit über den Pferdemarkt hinaus: Einsteller in Gemeinden mit einer solchen „örtlichen Aufwandsteuer“ ziehen mit ihrem Pferd um in Nachbargemeinden, die bisher keine Pferdesteuer erheben und den örtlichen Betrieben wird die Grundlage entzogen.

Der Pferdemarkt wird sich durch die Pferdesteuer insofern verändern, dass nur noch wirklich erfolgreiche oder erfolgsversprechende Pferde gut verkäuflich sein dürften. Andere Tiere werden sich nur noch die wenigsten leisten können oder wollen.

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